Alle Artikel von Dorothea Maria Keuter

Änderungen stationär ab 2017

Was ändert sich ab 2017 für Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen?

In einer stationären Pflegeeinrichtung kommt es für Pflegebedürftige nicht auf die Höhe der Leistungsbeträge an, sondern auf die Höhe des Eigenanteils, der aus eigener Tasche bezahlt werden muss.
Dieser Eigenanteil steigt bisher mit der Einstufung in eine höhere Pflegestufe.
Zukünftig wird der pflegebedingte Eigenanteil mit zunehmender Pflegebedürftigkeit nicht mehr ansteigen.
So werden viele Pflegebedürftige entlastet.
Alle Pflegebedürftigen der Pflegegrade 2 bis 5 bezahlen in einem Pflegeheim den gleichen pflegebedingten Eigenanteil. Dieser variiert jedoch von Pflegeheim zu Pflegeheim.
Im Bundesdurchschnitt (!!!) wird er im Jahr 2017 voraussichtlich bei rund 580 Euro pro Monat liegen. Hinzu kommen Kosten für Verpflegung, Unterkunft und Investitionen. Auch diese unterscheiden sich von Pflegeheim zu Pflegeheim – teilweise sogar erheblich.
Hier gilt es durchaus, Pflegeheime miteinander zu vergleichen.

die Pflegegrade ab 2017 – die Überleitung

• Pflegestufe 0*= Eingeschränkte Alltagskompetenz = Pflegegrad 2
• Pflegestufe 1 = Pflegegrad 2
• Pflegestufe 1 + Eingeschränkte Alltagskompetenz = Pflegegrad 3
• Pflegestufe 2 = Pflegegrad 3
• Pflegestufe 2 + Eingeschränkte Alltagskompetenz = Pflegegrad 4
• Pflegestufe 3 = Pflegegrad 4
• Pflegestufe 3 + Eingeschränkte Alltagskompetenz = Pflegegrad 5
• Härtefall = Pflegegrad 5

*Die sogenannte Pflegestufe 0 beschreibt das Vorliegen einer eingeschränkten Alltagskompetenz. Nicht betroffen sind hier Menschen, bei denen das Begutachtungsergebnis “unterhalb Pflegestufe 1″ lautet.

Mut zum Widerspruch

Wird Ihr Antrag auf Pflegeleistungen bzw. eine höhere Pflegestufe von der Pflegekasse abgelehnt, stehen Sie bitte nicht wehrlos da. Innerhalb von vier Wochen nach Eingang der Entscheidung können Sie bei Ihrer Pflegekasse – möglichst schriftlich – Widerspruch gegen einen ungerechtfertigten Ablehnungsbescheid einlegen. Die Frist beginnt mit dem Zugang des Bescheides beim Versicherten.

Ich überprüfe das Gutachten des MDK/ SMD, auf Wunsch formuliere ich für Sie eine ausführliche und zielführende Widerspruchsbegründung, und begleite Sie beim erneuten Besuch des Gutachters.

Kontaktieren Sie mich, ich helfe Ihnen.

Pflegebedürftig? Ich? NEIN… der “falsche” Stolz der Pflegebedürftigen

Irgendwann einmal lassen die Kräfte nach. Besonders den Senioren fällt es schwer, die Selbstständigkeit schleichend zu verlieren und dauerhaft Hilfe von Angehörigen oder fremden Personen anzunehmen. Nach einem langen, selbständigen und unabhängigen Leben weigern sich viele Senioren, die eigene Pflegebedürftigkeit anzuerkennen. Pflegebedürftig? Ich? NEIN…
Angehörige oder Freunde sehen den Hilfebedarf oft viel eher, und müssen hier viel Überzeugungsarbeit leisten. Der Schritt, eine Pflegestufe zu beantragen, ist dann noch einmal eine große Hürde. Aus diesem Grund wird aus “falschem” Stolz und aus Scham bei dem Besuch des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) oftmals die eigentliche Hilflosigkeit verschleiert.

Hier wäre vor dem Besuch des MDK eine unabhängige Pflegeberatung überaus hilfreich. Durch die Erstellung einer individuellen Pflegebedarfsermittlung – wodurch das Führen eines Pflegetagebuchs entfällt – erhalten Hilfsbedürftige eine kompetente Einschätzung über ihren Pflegebedarf und die angestrebte Pflegestufe. Zudem erleichtert die Begleitung beim MDK-Termin durch die Pflegeberaterin bzw. einen Pflegeberater das Überwinden von Angst und Unsicherheiten.

Sprechen Sie mich an, gerne helfe ich Ihnen weiter.

Pflegeunterstützungsgeld für berufstätige und pflegende Angehörige

Pflegeunterstützungsgeld für berufstätige und pflegende Angehörige

Berufstätige, die ihre Angehörigen pflegen, sowie pflegende 450-Euro-Minijobber in Betrieben ab 16 Mitarbeitern, haben seit dem 01.01. 2015 Anspruch auf das sogenannte Pflegeunterstützungsgeld. Sie erhalten für bis zu zehn Tage im Jahr einen gesetzlich garantierten Lohn- oder Gehaltsersatz von der Pflegekasse oder dem Versicherungsunternehmen ihres pflegebedürftigen Familienmitglieds, sofern dieses entsprechend beantragt wird.

Ebenfalls unbezahlt haben berufstätige pflegende Angehörige Anspruch darauf, drei Monate für die Sterbebegleitung eines Angehörigen, oder ein halbes Jahr lang zur Pflege oder Sterbebegleitung eines schwerstkranken Kindes zu Hause zu bleiben.

Um für die Pflege eines nahen Angehörigen sechs Monate komplett oder über 24 Monate teilweise aus ihrem Job aussteigen zu können, erhalten pflegende Angehörige in dieser Zeit ein zinsloses staatliches Darlehen zur Überbrückung des Lohnausfalls. Darauf haben diese berufstätigen pflegenden Angehörigen seit dem 01.01.2015 einen Rechtsanspruch.

Wie genau das Pflegeunterstützungsgeld beantragt wird, was dabei zu beachten ist, und welche Bescheinigungen Sie beibringen müssen, vermittele ich Ihnen gerne im persönlichen Kontakt.

Vollstationäre Pflege und die Kosten

Je nach Pflegestufe übernimmt die Pflegekasse einen Teil der Heim-Kosten.

Seit dem 01. Januar 2015 betragen die Leistungen der Pflegeversicherungen bei stationärer Pflege:

Pflegestufe I     -  1.064 €
Pflegestufe II    -  1.330 €
Pflegestufe III   -  1.612 €
Härtefall             -  1.995 €

Die restlichen Kosten müssen der Bedürftige oder deren Angehörige zahlen, wenn keine private Pflegezusatzversicherung vorhanden ist.

Doch wie teuer ist die Unterbringung in einem Pfegeheim?

Wie hoch letztlich Ihr eigener Anteil an den Kosten für das Pflegeheim ist, hängt entsprechend von den tatsächlichen Heimkosten sowie der Pflegestufe ab.
In Nordrhein-Westfalen müssen Sie mit einem durchschnittlichen Eigenanteil von rund 2.450 Euro rechnen.
Der Bundesdurchschnitt liegt bei knapp 1.750 Euro.
Aber auch hier gilt: die tatsächlichen Kosten bestimmt letztendlich die Preisliste der gewählten Pflegeeinrichtung.

Vergleichen Sie Pflegeeinrichtungen und Preise – und sorgen Sie dafür, dass der Pflegebedürftige in der angemessenen Pflegestufe eingestuft ist. Hierbei bin ich Ihnen gerne behilflich.

Pflegezusatzversicherung

Gesetzliche und private Pflegeversicherungen tragen nur die Kosten für die Grundversorgung. Die Ausgaben im “Pflegefall” übersteigen aber häufig die Zahlungen der Versicherer. Aus diesem Grund kann eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen werden. Die Eigenleistungen, die im Pflegefall zugezahlt werden müssen, reduzieren sich, um eine optimale Versorgung zu gewährleisten.
Es gibt grundsätzlich folgende drei Möglichkeiten:
  1. Pflegerentenversicherung
    Diese Pflegezusatzversicherung wird als Lebensversicherung vertrieben. Beim Eintreten der Pflegebedürftigkeit wird dem Versicherten eine monatliche Rente gezahlt, die vom Hilfsumfang abhängt.
  2. Pflegekostenversicherung
    Eine Pflegekostenversicherung zahlt Teile oder den Gesamtumfang der Restpflegekosten, die durch die Zahlungen der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung nicht abgedeckt werden.
  3. Pflegetagegeldversicherung
    Pro Tag der nachgewiesenen Pflegebedürftigkeit wird ein bestimmter Geldbetrag an den Betroffenen gezahlt. Die Höhe der Zahlung wird nach der geprüften Pflegebedürftigkeit festgelegt. In welchem Umfang die Pflegeleistungen tatsächlich genutzt werden, ist für die Tagesgeldzahlung irrelevant.

Sofern Sie sich für eine Pflegezusatzversicherung entscheiden, sollten Sie sich vorab informieren, welche der 3 Möglichkeit in Ihrem individuellen Fall am sinnvollsten wäre.

Weihnachtsgruß 2014

Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit.
Ein bisschen mehr Güte und weniger Neid.
Ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass.
Ein bisschen mehr Wahrheit – das wäre was.

Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh.
Statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du.
Statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut.
Und Kraft zum Handeln – das wäre gut.

In Trübsal und Dunkel ein bisschen mehr Licht.
Kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht.
Und viel mehr Blumen, solange es geht.
Nicht erst an Gräbern – da blühn sie zu spät.

Ziel sei der Friede des Herzens.
Besseres weiß ich nicht.

Peter Rosegger (1843-1918)